Ergebnisse der Tandem-Studie aus Dresden

Tandem-Referent: Markus Andrä

Tandem-Referentin: Petra Schneider-Andrich

Hier gehts zum Abschlussbericht: MIK13Workshopmanuskript II.10._Andrä_Schneider-Siebert Dateityp: PDF , Dateigröße: 950 kB

Ausgangspunkte:

Die Forschung bietet Hinweise, dass Männer und Frauen sich in ihrem Erziehungsverhalten unterscheiden. Es bleibt aber unklar, ob sich dies im Bereich professioneller Erziehung widerspiegelt. Alltagstheoretisch wird angenommen, dass Kinder „Rollenvorbilder“ beiderlei Geschlechts benötigen. Wir haben aber nur ungenaue Vorstellungen davon, ob das auch den pädagogischen Alltag betrifft.

Das Forschungsvorhaben Tandem-Studie:
Die Tandem-Studie (Nov. 2010- Mai 2014) untersucht und vergleicht das Verhalten von männlichen und weiblichen Kita-Fachkräften in alltagsnahen pädagogischen Situationen. Hierzu wird ihr erzieherisches Handeln in einem quasi-experimentellen Setting (Einzel- und Gruppensituationen) videografiert. Die Interaktionen werden durch ein Ratingverfahren eingeschätzt und dann miteinander verglichen. Ergänzend werden Interviews sowie Persönlichkeitstests durchgeführt. Zur Kontrolle der pädagogisch-konzeptionellen Ausrichtung und zur Erfassung systemischer Effekte werden Männer und Frauen verglichen, die jeweils gemeinsam in einer Gruppe arbeiten (40 Mann/ Frau-Tandems).

Leitende Forschungsfragen sind:
Unterscheiden sich Erzieherinnen und Erzieher hinsichtlich fachlicher Kriterien in ihrem konkreten Erziehungsverhalten?
Bestätigt sich im professionellen Kontext die Annahme, dass Frauen eher einfühlsam-bindungsorientiert interagieren und Männer herausfordernd-explorationsorientiert?
Lassen sich Hinweise finden, ob und wie Fachkräfte als geschlechtliche Rollenvorbilder wirken und wie diesbezügliche Interaktionsprozesse ablaufen?
Welche Rolle spielen Arrangements und Arbeitsteilung zwischen Fachkräften bezogen auf geschlechtsspezifische Vorbildfunktionen (Tandem-Effekt)?

Der Workshop präsentiert die Ergebnisse der Tandem-Studie. Sie können von den Teilnehmern diskutiert und ihre Relevanz für die frühpädagogische Praxis abgewogen werden.