Hintergründe 2011

Mehr Männer in die Kitas

3. Bundesweiter Fachtag für Männer in Kitas

Männer in Kitas – hereinholen, stärken, halten!
Zum Wohl der Kinder und für den Geschlechterdialog


An dieser Stelle knüpfen wir das Vorwort der Veranstalter vom Oktober 2009 in Hannover – Martin Peter, Gerd zu Klampen und Ralf Uka – weiter. Ja, es wächst das Bewusstsein, wie wichtig Männer für die Entwicklung der Kinder sind. Der Männeranteil des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen liegt seit Jahrzehnten aber nur bei knapp drei Prozent.

Insgesamt sind wir in den letzten vier Jahren offenbar zwei wichtige Schritte weiter gegangen: Im ersten Schritt haben die Männer ihre eigene berufliche Lage als Exoten in der Frauendomäne Kleinkinderziehung analysieren und verstehen gelernt, dafür hatte die Dresdener Tagung 2007 erstmals umfangreich Raum gegeben, Dank an Holger Brandes, der sie maßgeblich organisiert hatte. Der zweite Schritt führte 2009 in Hannover dazu, dass wir uns bildungspolitisch aufstellten und die Entscheidungsträger für den Elementarbereich auf höchster Ebene aufforderten, systematisch und nachhaltig den Männeranteil für die Bildung, Erziehung und Betreuung der unter 6jährigen zu erhöhen. Denn das dient dem Wohl des Kindes und dem Genderdialog, kann sogar ein ermutigendes Modell für junge Väter und Mütter sein, Erziehung gemeinsam im Dialog zu betreiben.

Die Tagungen richten sich in erster Linie an männliche Kollegen. Doch seit Hannover möchten wir, dass Fachfrauen, Erzieherinnen und Ausbilderinnen sich am Thema Männer in Kitas beteiligen. Lediglich zwei der über 20 Workshops in Köln sind ausschließlich den Männern vorbehalten.

In mehreren interaktiven Vorträgen schauen wir auf regionale, nationale und internationale Versuche, Männer für den Beruf des Erziehers zu gewinnen und dort zu halten. Für gesellschaftliche, politische und tarifliche Einflüsse haben wir hochkarätige Fachleute an Bord holen können, die uns helfen wollen zu verstehen, woran die niedrigen Fach-Männerzahlen im Elementarbereich liegen, was von Männern dort gefordert wird und welche Hürden es für sie geben kann.

In den vielen Workshops geht es um einen praxisnahen Austausch, was Männer in der Praxis erwartet, was sie bewirken und wo ihre Grenzen liegen. Die Arbeit in gemischten Teams wird genauso Thema für Werkstattgespräche, wie spezielle Arbeitsbedingungen für Erzieher in der Stadt und auf dem Land, mit Müttern oder Vätern, Jungen oder Mädchen, drinnen oder in der Natur. Manche Erfolgsgeheimnisse, Grenzerfahrungen, Muskelspiele, Überforderungen oder Ermutigungen werden von erfahrenen Workshopanbietern in den Blick genommen.

Der Fachtag beginnt am Freitag mit einem großen Plenum, einem Kurzfilm und Einführungsvorträgen. Daran schließen sich 20 intensive Workshops an, die meist am Folgetag erneut angeboten werden. Die Auswahl ist also groß. Nach dem gemeinsamen Abendessen können die Teilnehmer Köln erforschen und sich bereits hier auf der Webseite zu einer spannenden Altstadtführung anmelden. Es wird ein nahes Gasthaus in der Südstadt benannt, wo wir uns schließlich zum Ausklang des Freitags treffen können.

Einige Stände wird es in der FH geben, an denen Projekte, Kampagnen, Bücher und Broschüren zeigen, was es zu dem Thema Männer in Kitas bereits gibt.